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WWTF finanziert neues Projekt

Der WWTF finanziert neues Projekt von unserer Post-Doc Silvia Cervero-Aragó (MedUniWien) und ihren Kooperationspartnern der MUW und der TU Wien mit einem Gesamtvolumen von 649.990 Euro!


Von mehr als 90 eingereichten Projektvorschlägen des ersten Pilot Calls “Environmental Systems Research: Urban Environments” werden letztendlich 7 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 4.2 Mio Euro gefördert. Darunter auch das Projekt unserer Silva Cervero-Aragó “The impact of Giardia spp. as a reference pathogen in urban water systems”, das sie gemeinsam mit ihren interdisziplinären Partnern der Medizinischen Universität Wien und der TU Wien, als Partner des ICC Water & Health eingereicht hat.

Giardia ist einer der weltweit bedeutendsten wasserübertragenen krankheitserregenden Protozoen und soll in diesem Projekt als Referenzpathogen für Risikoanalysen verwendet werden. Das Projekt ist besonders interdisziplinär und vereint Disziplinen wie Wasserhygiene, Mikrobiologie, Parasitologie, Hydrologie, Wasserqualitätsmanagement sowie Risikobestimmung und Risikoanalyse. Das Forschungsprogramm enthält dabei nicht nur die Analyse separater Bereiche sondern verknüpft diese unter Berücksichtigung dynamischer Systemelemente.

Das weltweite Städtewachstum, klimatische Veränderungen und notwendige sich verändernde Strategien bei der Stadtplanung (z.B. hinsichtlich Migration) stellen eine große Herausforderung für die Sicherstellung der Lebensqualität der Menschen dar. Die Qualität der Oberflächengewässer in urbanen Räumen spielt dabei eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Menschen. Oberflächengewässer stellen wichtige Ressourcen für die Trinkwassernutzung (Uferfiltrat), Bewässerung und für Freizeitaktivitäten (Baden, Kanu fahren, etc.) dar. Das Ziel des Projektes ist es innovative Methoden zu entwickeln um neue „Wise City Planning“ Werkzeuge für eine nachhaltige Planung der Wasserressourcen zu ermöglichen. In einem gesamtheitlichen Ansatz wird das Interdisziplinäre Forschungsteam unter Leitung von Silvia die potenziellen Quellen und Verbreitungswege wasserübertragener Krankheitserreger im Stadtgebiet und deren damit verbundenen Gesundheitsauswirkungen untersuchen. Giardia als Referenzpathogen wird dabei besonderer Augenmerk verliehen.

Als Untersuchungsgebiet wurde die Stadt wie mit ihren vielen Oberflächengewässern wie die Donau und deren Abwasserzuflüsse ausgesucht. Die mikrobiologische Qualität dieser Wässer und Abwässer hinsichtlich Giardia, Standard-Fäkalindikatoren und mikrobieller Source-tracking Marker wird untersucht. Giardia Isolate aus Stuhl und Wasserproben werden genotypisiert. Die Ergebnisse werden in einem hydrologischen Modell kombiniert, um damit mögliche Strategien und wichtige Handlungsfelder für die zukünftige Planung mit dem Hintergrund der großen Herausforderungen (Klimawandel, Migration, Urbanisierung) abzuleiten. Die angewandte Methodik wird für die Stadt Wien entwickelt, kann jedoch auch für andere Städte weltweit adaptiert werden.


Das sind die akademischen Kooperationspartner in Silvias Project:


MedUni Wien:
Sílvia Cervero-Arago (PI), Julia Walochnik, Herbert Auer, Gerhard Lindner, Alexander Kirschner, Regina Sommer

TU Wien:

Julia Derx (Co-PI), Alfred Paul Blaschke, Rita Linke, Andreas Farnleitner